Unplugged im Bamkraxler

MONTI BETON nahm sich im Bamkraxler die interessantesten Hits der Popgeschichte zu Herzen und kleidete sie in einen wohlklingenden Sound, der von akustischen Gitarren geprägt war. Dabei gab es unter anderem das komplette Album Let It Be Different, aber auch Songs von Elvis Presley, Eric Clapton, den Kinks, den Rolling Stones, Pink Floyd und vielen anderen mehr zu hören. – 17.04.2003

Monti Beton, das ist eine seit Jahren bestehende Wiener Coverband, besetzt mit exzellenten Musikern, wobei manchmal unter einigen „Stamm-Musikern“ gewechselt wird. Nebenbei sind alle Akteure auch noch bei anderen, zum Teil namhaften Bands verpflichtet. Bereits beinah ständiger Stammgast ist der bekannte Bluesgitarrist Gottfried Gfrerer (derzeit fleißig im Studio mit einer neuen CD beschäftigt).

Jeder Auftritt dieser Gruppe ist einem bestimmten Thema gewidmet. Heute, laut Thomas Schreibers einführender „Gebrauchsanleitung“: Das Album „Let It Be“ von den Beatles durchgespielt, gefolgt von einem freien Teil, inkl. Erfüllung von Publikumswünschen und sogar Karaoke mit den Zuhörern (und am 26.4.gibt’s eine „Doors Night“ im Planet Music).

Es wurde gleich mit kraftvollem Sound losgelegt, der Zuschauerraum (ein etwas größerer „Wirtshaussaal“) wurde sofort noch größer, leider nicht die Bühnenbeleuchtung (da ging angeblich nicht mehr??). Thomas Schreiber ist hervorragend an der Stimme, wirkungsvoll begleitet von Toni Matosic (sonst Gitarre). Bei einem Song erhebt auch Klaus Perez-Salado die Stimme (Schlagwerk). Und er röhrt nicht schlecht!! Die Burschen beweisen auch Flexibilität und Feingefühl, indem sie kurzerhand „Like A Rolling Stone“ eine neue Textzeile verpassen: Shame on you, Oaschloch Bush! Gottfried Gfrerer, eher still im Hintergrund sitzend, hatte uns jede Menge verspielter Dinge zu erzählen.“Bierige“ Atmosphäre machten ab und zu zersplitternde Krüge irgendwo im Raum.

Ein Song von George Harrison wurde von Toni Matosic ganz bezaubernd dargeboten und Gottfried begleitet ihn inbrünstig, beinah schon funky, dazu – ein wahrer Genuss! Nach charmanter Plauderei von Thomas brannte plötzlich der Feuerring von Johnny Cash, und ein kunterbuntes Potpourri wurde mit quicklebendiger Freude intoniert. Nur so zum Spaß dann noch von Harald „Hasi“ Michalek der „Dritte Mann“ (!funky!) Dieser Stimmungsmacher brachte absolut alle zum Kochen! Ob beabsichtigt oder nicht, ich war froh, dass die Songs doch nicht 1:1 beatlesmäßig daherkamen und daher war auch der erste Teil in Windeseile vergangen.

Nach der Pause gab’s eine groovig-bluesige Mrs. Robinson, bei der von Klaus ordentlich auf den Bush – äh – Trommel gedroschen wurde. Es folgen einige Kinks-Nummern. Und ganz egal, wie Gottfried die Gitarre hält, oder ob er sie gar „über’s Knie legt“, er hat uns einfach soooviel zu sagen! Und ganz unwirklich, aber doch: ein beinah psychodelischer Blues! Ich hab’s gehört! Sogar unser Fotograf ließ sich zu einer künstlerisch gewagten Karaoke-Einlage hinreißen!! (Leider hab ich beim Fotografieren versagt!) Auch Country-Gehöpsel wurde geboten, und nicht mal das hab ich den Jungs übelgenommen! (Danke Toni!!)

Renate Danninger (www.pop-info.at)

Fotos © Dietmar Lipkovich

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