Absolute Pleasure

MONTI BETON lud wieder einmal zur Rocky Horror Party, und sie kamen in Massen. Das ist unser Publikum, danke! Es wurde aber erwartungsgemäß wieder so einiges geboten. Und dargeboten. Fast schon wieder verboten, was da an laszivem und geilem (im positiven Sinn) Outfit gezeigt wurde. Schrill, grell, in Höchstform die Akteure. Schwindelig konnte einem bei den Performances der Girls von Mystic Movement werden.

Und wie Roman Gregory seine Rolle als Dr. Frank’n Furter anlegte, war nicht nur neu, anders, sondern da blieb einem wahrlich die Spuke weg: Der ultimative (Alkbottle-)Rocker in Strapsen, Strümpfen, High Heels und Korsage sang in gekonnt koketter Art und Weise, rauhbeinig und doch mit enorm viel Charme, schauspielte, wie man es so nicht einmal am Max Reinhard Seminar lehrt und lernt. Ein Naturtalent, eine Bühnensau (verzeih!) par excellence.

Nahtlos in diese Orgie an Temperament, Spielwitz und Sangesgewalt reihte sich unser bewährter Riff Raff, namens Thomas Schreiber. Dem nicht genug, schlüpft er in atemberaubender Umkleidegeschwindigkeit auch noch in die Rolle des Motoradfahrenden Eddie. Schon brachial, wie er dem Hackbeil erliegt … Blut und der Verspeis seiner üppigen Person wurde im Metropol nicht gezeigt. Auch weitere brutale Mordungen und lustvollere Sexspiele fallen unserer primär auf Live-Konzert konzipierten Aufführung zum Opfer. That’s a pity – Die Phantasie ist es aber, die uns belebt …

Man sollte beim Erzählen von vorne beginnen, halbwegs der Reihe nach: ‚Lippe’ Tanja Hilbert leitet das gruselig-bizarre Horror-Spektakel like MONTI BETON wunderschön gesungen mit ‚Science Fiction’ ein. Ein Traum, die Frau, ein Genuss diese Stimme! ‚Stark’ auch in ihrer zweiten Rolle als Magenta. Und wie macht es der biedere Brad (erkannt: das war unser Toni) es, dass ihn noch jede bisherige Janet am Ende des gemeinsamen Auftrittssongs so liebevoll küsst? Auch Bina-Maria Jischa, erstmals mit dabei, konnte und wollte sich dem auch nicht entziehen. Erfrischend romantisch haben sich die 2 duettisiert, so schööön! Das Herz ging einem dabei auf. Das hat sich eben ein Busserl redlich verdient.

Bewährt, erprobt, routiniert, glanzvoll: Rocky, alias Terry Chladt, als frischgeborener Lustknabe. Die Rolle der pipsigen Columbia gehört schon seit vielen Jahren Christina Lutz, die nicht nur durch den goldenen Zylinder auf sich aufmerksam macht. Auch Dr. Scott, dem Mann im Rollstuhl bleiben letztlich die Strapse nicht erspart: sieh an, auf einmal kann Gerald Studenik seine Beine sogar tanzen lassen. A Wunder. Und wunderbar britisch-nasal zelebriert Chris Tresper den Narrator. Das Staberl steht ihm!

Was wäre das alles, wenn da nicht eine wunderbare, professionelle Band den Sound dazu lieferte: Am Schlagzeug Oliver Gattringer, am Bass Hannes Steif, das Keyboard spielten alternierend Clemens Schaller und Max Hagler, Guitarmen ‚Hasl‘ Michalek und Toni Matosic, am Sax Michi Strauss.

Weder „normale“ Konzerte (gibt es bei MONTI BETON gar nicht!), noch ein so aufwendig inszeniertes Schalk-und Glamourspektakel gleichen eines dem anderen. Selbst dann nicht, wenn an zwei Abenden hintereinander gespielt wird. Da gibt es nichts statisches. Variabel auflockernde ad hoc Schabernacks, nicht ausgemachte Soli und anderes Unerwartete gehört bei dieser Band einfach dazu. Sicher mit ein Grund, warum es ständigen Publikumszuwachs und verstärkt Auftritts-Anfragen auch von weit her gibt. – 31.10.2010

Fotos © Willi Flach und Othmar Seidner… klick hier für weitere Fotos von diesem Konzert

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