Popmusik in einem echten, richtigen, kaiserlichen Theater ist irgendwie was Anderes, Besonderes, Ungewöhnliches. Und seeehr leiwaund, das muss man schon sagen! Die, die dabei waren – sei es auf der Bühne oder im Saal – können und werden das gerne bestätigen. Den Frack haben dennoch alle zuhause gelassen. Jedenfalls wieder ein Konzert, das in jeder Hinsicht in die Annalen von MONTI BETON eingehen wird.
Da ist zum einen die Besonderheit der historischen Baulichkeit, und zum anderen – no na – die fast schon Respektlosigkeit zu nennende Unbekümmertheit mit der da auf ‚gib ihm‘ AustroPop vom Allerfeinsten geboten wurde. MONTI BETON hat ja bekanntermaßen viele Qualitäten, aber eine, die fröhliche Unbekümmertheit, mit der auch in so einem Haus drauf los musiziert wird, gehört schon mal separat angesprochen. Pop von Austrianern (hat jetzt bitte nichts mit Fußball zu tun!) AustroPop eben, von Österreichern geschrieben. Die Texte inhaltsstark, Musik die ins Gemüt oder/und in die Beine geht.
Zugegeben, das war jetzt noch kein eigentlicher Konzert-Nachbericht für diese AustroPop Nacht, nur einmal die Einleitung. Und ein Anliegen, die schöpferische Qualität „unserer“ österreichischen Künstler hervorzuheben. Jene, wie nur z.B. ein Georg Danzer, Peter Cornelius, STS, Wolfgang Ambros, Andre Heller, Arik Brauer… sowie natürlich Heinrich Walcher. Und nicht zuletzt die der Gastgeber Thomas Schreiber & Toni Matosic selbst, sowie ihres Immerwiedermal-Co-Autors Elmar Brugger. Eine Menge toller Lieder wurden bereits ersonnen, von denen einige im Programm waren (und wie es sich gehört, auch auf CDs gibt).
Mit dem Danzer-Klassiker „Ollas leiwaund“ wurde das Konzert begonnen und das gilt mit der voranzustellenden Ergänzung „Mehr ois …“ als Kurzbeschreibung für diesen Abend. Sehr leiwaund wieder die tw. auch chansonhafte Liedermacher-Bereicherung durch Heinrich Walcher (diesmal mit Gerhard Marin an den Tasten) und dem singenden Goleador Hans Krankl, alias „Johann K.“, der mit und bei Interpretationen von Ambros, Dylan, Heller, Danzer und Ostbahn seinen inbrünstigen Teil zum großartigen Gelingen beitrug.
Jedes der von MONTI BETON und ihren Gästen Heinrich und Hans dargebotenen Lieder ist ein Gassenhauer für sich. Mit jedem der bezeichnenden Titel wurden gefühlvolle, ironische, hymnenhafte G’schichtln erzählt. Das p.t. Publikum honorierte die lockere (und für manche vielleicht ungewohnte) Art zunehmend, sangen mit, standen auf (Standing Ovations würd‘ ma sagen, wenn’s ned „Austro“ g’wesen warad) und forderten, wo’s eigentlich schon aus gewesen wäre, zusätzliche Zugaben ein. Für die als allerletzte Nummer wurde neuerlich auf ein wunderbares Lied des so schöpferischen „Schurli“ zurückgegriffen: „Loss mi no amoi d’Sunn aufgeh segn“. Wir werden sie ja noch öfter aufgeh’n sehen. In diesem Sinn – auf ein baldiges Wiedersehen morgen auf der Schmelz oder bei einem anderen unserer nächsten Konzerte. Die Auswahl und Unterschiedlichkeit ist zum Glück groß, so dass für jede/n was dabei sein sollte.– 13.05.2011
Fotos © Karl Nikowitz