Stadtsaal Abriss Party in Tulln

Der alte Stadtsaal muss weg… und MONTI BETON war gerne behilflich. Wie? Nicht mit Presslufthammer oder gar Caterpillar, nein, mit ordentlich ‚lauden Gitarrn‘, fetzigem Rock’n’Roll & Pop-Hadern erster Sahne wurde den TullnerInnen der Abschied von ihrem geliebten Stadtsaal leichter gemacht. Mit Aussicht auf einen schönen, neuen, moderneren, multifunktionaleren Saal und etlichen Geschäften, sowie Wohnungen am gleichen Standort, wie den Reden von Bürgermeister Mag. Peter Eisenschenk und Mag. Herbert Pinzolits – jener Mann, der Bauherr des neuen Komplexes ist, zu entnehmen war.

Tränen im Knopfloch, reichlich Wehmut, weichen der Hoffnung, dass es nur besser werden kann. Aber what shall’s, rauf auf die Bühne, rein in den Saal. Genossen wir alle gemeinsam die letzten Stunden des ehrwürdigen alten Stadtsaals. Musik verbindet, Musik lässt vergessen, Musik ist imstande Mauern umzureißen. Zumindest theoretisch. Die wirkliche Abbruch-Arbeit bleibt dann halt doch den Bauarbeitern. Wir machten gemeinsam mit den Tullnern ordentlich heftig Abschieds-Party. Die Tanzfläche füllte sich mehr und mehr, die Stimmung stieg von Song zu Song, immer mehr kamen und wollten noch in den Saal.

90 Minuten Live-Konzert mit MONTI BETON & Hans Krankl, alias ‚Johann K.‘ das bedeutet rund zwei Dutzend Welthits gut gespickt mit Austroschmankerln. Solche mit Tempo und Druck, und andere mit textlichem Tiefgang. Lebensgefühl der Italiener, rockig flotten englischsprachigen Songs. Um die Vielfalt noch zu heben wurde das Mikro auch an die bezaubernde Rhythmus-Lady Iris Camaa weitergegeben. Bei ihrer Performance Raunen, Staunen, Jubel im Saal – dem alten Stadtsaal. Eine Rock’n’Roll-Nummer vom King Elvis sowie einer seiner bekanntesten Schmachtfetzen fiel auf einen echten Gast-Rocker, einen, der sich noch dazu Tullner nennen darf, weil da daheim: Erich Schindlecker! Im wahren Leben steht er nicht auf der Bühne, sondern zieht die Fäden dahinter und hat das Sagen, wer auf welcher Bühne steht.

Jede Menge Publikum das zum Feiern und Abschied nehmen gekommen ist. Offizielle, die nicht auf Profit aus waren und zu jeder superbilligen Eintrittskarte auch noch Würstel und Saft bereitstellten. Und mit MONTI BETON & Hans Krankl einen Live Act aufboten, der spätestens nach diesem Auftritt zu nominellen ‚Ehrenbürgern‘ dieser Stadt an der Donau wurden. Stimmung machen, in Stimmung versetzen, das Gestern und Morgen vergessen machen, Aufgehen in der Musik – das ist es, was Thomas Schreiber und Toni Matosic im Sinn haben und immer wieder schaffen. Weil sie nicht nur Musik machen, sondern sie auch spüren. Sind es vor Beginn oftmals noch ‚Fremde‘, die zu einem Konzert gegangen sind, so sind es allerspätestens bei der zweiten, dritten Zugabe Menschen, die nicht bereut haben gekommen zu sein und sich nicht nur nach nächsten Auftritts-Terminen erkundigen, sondern auch ’nachreisen‘. Da wurde bei den Tullnern „Feia“ entfacht! „Wirklich wahr“ oder „Ollas leiwand“ sind nach diesem mehr als Liedtitel. Ob „Lady Madonna“ oder „Rostige Fliagl“, Beatles, Elvis, Sandleroper, Chuck Berry, Georg Danzer – die Vielfalt, die Gemeinsamkeit, ein Nenner: MONTI BETON! – 30.11.2011

Fotos © Karl Nikowitz

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