Eine superlative Supernacht mit Superhits von Fats Domino, Jackie Wilson, Bill Haley, Roy Orbison, Johnny Cash, Eddie Cochran, Carl Perkins, … und das waren bei weitem noch nicht alle. Ein zum Bersten volles Wiener Metropol, das seit Wochen ausverkauft war, wo Gerüchteweise zuletzt selbst Stehplätze nur mehr schwer zu bekommen waren. Und eine Band die die Bühne stürmte und vom ersten Ton an die Massen – ja davon kann man getrost sprechen, so gesteckt voll war der Saal – zu begeistern verstand.
Verführung war gar nicht notwendig, schon beim Hereinkommen merkte man dem Publikum an, die wollen Rock’n’Roll (den bekamen sie reichlich) und die wollen Unterhaltung (genug viel bekamen sie, der Schmäh, ganz spontan, sprudelte nur so aus den kongenialen Ober-Montis Thomas und Toni heraus. Man könnte fast sagen, wie fällt denen bloß immer so viel Blödsinn – äh Blödelei – ein). Bei „Whole Lotta Shaking Goin‘ On“ von Jerry Lee Lewis da bleibt kein Füßchen ruhig, bei „Delilah“ von Tom Jones musste man einfach mitsingen, das Publikum nämlich, eh klar, aber nicht nur bei diesem Welthit wurde das mit viel Leidenschaft saalweit gemacht.
Füße, Körper, Stimmbänder kamen zum Einsatz, und no na, die Hände wurden hoch gestreckt, wenn sie nicht gerade lautstark mitklatschten. Mit so Wahnsinns Songs von Fats Domino („Ain’t That A Shame“), Buddy Holly („Peggy Sue“) und Little Richard („Lucille“) ging‘s erstmal in die allseits verdiente Pause. Diese erste Konzertstunde verging wie im Flug, fröhliche Gesichter, wohin das Auge blickt und 9 Musiker die stolz von der Bühne gehen, um 20 Minuten später noch ein richtig festes musikalisches Schäuferl drauf zu legen.
Energiegeladener geht’s kaum, möchte man meinen. Es ging, aber wie! Mit „Shake Rattle & Roll“ wurde das zweite Set begonnen, kaum dass das dritte Pausenläuten verklungen war. Die Stehplätze hinten hatten diesmal zwar nicht viel Spielraum, aber was ging wurde fest mitgeshakt. Wer kann bei einem „Splish Splash“ von Bobby Darin auch ruhig sitzen bleiben, wen reißt es bei Bill Haley‘s „Skinny Minnie“ nicht mit, auch jene, die selbst nie eine Gitarre in der Hand hatten. Und weil der Schmäh nur so rannte, dass einem die Tränen runter rinnen mochten, wurde so aus heiterem Himmel heraus „Rote Lippen soll man küssen“ angestimmt. Bitte wie, bitte was? Das nagelneue Monti-Programm ‚Die Schlagernacht der Schlager‘ gibt es doch erst am 29. Juni! Sei’s drum, einige im Saal haben sogar Zugabe gerufen.
Von den Everly Brothers das fetzige „Wake Up Little Susie“ und der gefühlvolle Faserschmeichler „Crying In The Rain“ waren weitere Highlights, dem dann ein Fats Domino-Medley, wo natürlich „Blueberry Hill“ enthalten war, dabei sein musste. Ziemlich heiß im wahrsten und doppelten Sinne des Wortes war es längst im Saal geworden. „Diana“ von Paul Anka sorgte nur kurz für Beruhigung und Erinnerungssentimentalität, und quasi im Doppel gleich drauf „Save The Last Dance For Me“ – ein aufgelegter Mitsinghadern der Drifters, das seitens Publikum mit einem ‚Jubel‘ belohnt wurde. Als Intermezzo wieder und wieder Schmäh, Scherze, Lacher, Schmäh Scherze, Lacher. Gleich danach neuerlich Vollgas mit „Jailhouse Rock“ (Elvis schau obe, owe – runter ist gemeint) und „Great Balls Of Fire“ von Jerry Lee.
Viele unterschiedliche Nummern, wo die Musiker mit steilen Soli brillieren konnten, sei es am Keyboard, der E-Gitarre, Sax, Trompete, Bass, Schlagzeug. Unglaublich tolles Zusammenspiel innerhalb der Band, die hier unbedingt namentlich angeführt sein muss: Bernd Rommel, Werner Laher, Max Hagler, Michael Strauss, Stefan Gössinger, sowie die einzige Dame on Stage, Lisi Stiger. Thomas Schreiber & Toni Matosic sagen danke! Allen auf der Bühne, den guten Geistern, die ‚unsichtbar‘ dahinter mitgewirkt haben, dem Metropolteam, aber vor allem dem Superpublikum!
Zum Grande Finale dieser stimmungsgeladenen Supernacht gab es noch R&R pur: „Those Were The Days“ und „Blue Suede Shoes“. Niemand der jetzt noch gesessen wäre, der ganze Saal stand schon längst, der ganze Saal tobte, klatschte, grölte (pardon, sang mit), forderte Zugabe um Zugabe, was kurz zu „Skandal im Sperrbezirk“ ausschweifte und – jetzt nur noch Thomas und Toni auf der Bühne – einen würdigen Abschluss mit dem Beatles-Klassiker „Yesterday“ fand. Viele Leute gingen diesen Abend freudig, gelöst, glücklich heim, und um ehrlich zu sein, auch der, der diesen Konzertnachbericht verfasst hat. – 24.03.2012
Fotos © Marion Konturek und Karl Nikowitz… klick hier für weitere Fotos von diesem Konzert